Als mich Herr Sinder von der Caritas Sozialstation Ahlen wegen der Aktion „Hilfe! Mehr Zeit für Pflege“ der Wohlfahrtsverbände gefragt hat, ob ich mir die Arbeit der Pflegekräfte vor Ort anschauen könnte, habe ich sofort zugesagt. Dadurch dass aus meiner Familie selbst Angehörige in der Pflege arbeiten, war es für mich selbstverständlich da mitzumachen.

So habe ich der Pflegerin Nicole Wonnemann bei ihrer Arbeit mit den älteren Menschen über die Schulter schauen dürfen. Es war interessant zu beobachten, mit wie viel Engagement Frau Wonnemann ihrer Arbeit nachging, die ihr trotz körperlicher und psychischer Belastung sehr viel Freude bereitet. Während Krankenkassen lediglich einzelne Tätigkeiten wie Waschen, Verbände umlegen oder Füttern in Minuten und Pauschalpreisen abrechnen, geht die Arbeit der Pflegekräfte weit darüber hinaus.

Pflegearbeit ist auch immer Dienst am Menschen und das heißt, immer ein offenes Ohr für die pflegebedürftigen Menschen und deren Angehörigen zu haben und sie zu verstehen. Leider erfährt diese Arbeit nicht ganz die Wertschätzung, die sie eigentlich verdient hätte, sowohl in der Gesellschaft, als auch durch die niedrige Bezahlung der Pflegekräfte und die unzureichende Abrechnung durch die Krankenkassen.

Für mich steht deshalb eine gerechte Entlohnung der Pflegekräfte an vorderster Stelle der Sozialpolitik. Dafür muss u.a. der Begriff der „Pflege“ weiter gefasst werden als das bloße Abrechnen von Einzelleistungen. Auch muss aus meiner Sicht die Finanzierung der Pflege auf eine breitere Grundlage gestellt werden als bisher, z.B. durch eine Bürgerversicherung, in der alle Menschen einzahlen und nicht bloß ein Teil.

Ali Bas (rechts) mit Heinrich Sinder (GF Caritas Sozialstation) und Nicole Wonnemann (Pflegerin).

Ali Bas (rechts) mit Heinrich Sinder (GF Caritas Sozialstation) und Nicole Wonnemann (Pflegerin).