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Wer in Nordrhein-Westfalen lebt, soll hier auch seine letzte Ruhestätte finden, egal welcher Religion die Person angehört. Mit diesem Ziel ist im letzten Plenum das geänderte Bestattungsgesetz eingebracht worden.

Bemerkenswert dabei: Die CDU, die als konfessionell orientierte Partei neuerdings auch die Interessen von Musliminnen und Muslimen vertreten möchte, äußerte sich kurz nach Einbringung negativ zum Gesetz und will da gar nichts ändern. Dabei ist das neue Bestattungsgesetz ein Meilenstein für mehr Selbstbestimmung, auch über alle kulturellen Grenzen hinweg. Es berücksichtigt religiöse Bedürfnisse – über den Tod hinaus. Als Land der Vielfalt mit Menschen verschiedener Religionen und Weltanschauungen brauchen wir solch ein moderneres Bestattungsgesetz.
Zurzeit haben beispielsweise MuslimInnen nur wenige Möglichkeiten, sich nach ihren Glaubensvorstellungen angemessen in Wohnortnähe bestatten zu lassen. Bisher haben lediglich einige Friedhöfe Bereiche mit Grabfeldern für MuslimInnen, auch ist die im Islam vorgesehene sarglose Beerdigung nicht immer möglich, da es unterschiedliche Regelungen der Kommunen und kirchlichen Betreiber gibt. In vielen Familien ist deswegen die Überführung ins Ausland noch die Regel, was für diese mit vielen persönlichen und finanziellen Belastungen verbunden ist. Für sie ist es mit dem neuen Gesetz leichter zu entscheiden, ob sie im Todesfall in ihrem Herkunftsland oder hier bestattet werden möchten. Der fehlende konfessionelle Friedhof ist dann kein Hinderungsgrund mehr.

Das Gesetz befindet sich jetzt in der Beratungsphase. Wenn es verabschiedet ist, wird es neben den Kirchen und Kommunen auch anderen Religionsgemeinschaften künftig möglich sein, Friedhöfe zu betreiben. Damit wollen wir auch erreichen, dass unter unseren muslimischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern die Akzeptanz von Bestattungen vor Ort wächst. Das neue Gesetz will zudem die Qualität der Leichenschau wissenschaftlich überprüfen sowie die Beisetzung von Totenasche rechtlich besser regeln. Auch sollen Grabsteine aus ausbeuterischer Kinderarbeit nicht mehr verwendet werden dürfen. Die Kritik der FDP-Fraktion an diesem Aspekt halte ich für verantwortungslos. Ich freue mich, dass NRW endlich ein vorbildliches Bestattungsgesetz erhalten wird.

Artikel erscheint in Kürze im Fraktionsmagazin Grün.kommt der Grünen Landtagsfraktion NRW.