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„Neue Chancen für unsere Kinder“ – unter diesem Motto hatten die beiden Landtagsabgeordneten Annette Watermann-Krass (SPD) und Ali Bas (Grüne) zu einer Podiumsdiskussion zur schulischen Inklusion nach Neubeckum eingeladen. Mehr als 70 Zuhörerinnen und Zuhörer waren der Einladung gefolgt um mit den Podiumsgästen zu diskutieren. Sigrid Beer, schulpolitische Sprecherin der Landtagsfraktion der Grünen, Uwe Eisenberg, Förderschuldezernent und Inklusionsexperte der Bezirksregierung Münster und Udo Gohl, Fachbereichsleiter Schule der Stadt Warendorf, standen nach ihren Eingangsstatements dem interessierten Publikum Rede und Antwort.

Im Nachgang der Verabschiedung des neunten Schulrechtsänderungsgesetzes, das die schulische Inklusion regelt, durch den Landtag NRW im Oktober sollte die Diskussionsrunde ein Forum bieten, Fragen zu stellen aber auch darüber zu sprechen, wie die Inklusion im Kreis Warendorf in den kommenden Jahren weiter umgesetzt werden kann.

Neben zahlreichen Schulleitungen und Lehrkräften unterschiedlicher Schulformen und Vertreterinnen und Vertretern der Lokalpolitik waren vor allem Eltern zur Veranstaltung gekommen. Sie wollten unter anderem ihrer Sorge Ausdruck geben, dass ihre Kinder unter der Umstellung auf ein inklusives Schulsystem in NRW leiden könnten. Auch Fragen nach der Finanzierung von sonderpädagogisch ausgebildetem Personal und Integrationsassistenzen, insbesondere in der Ganztagsbetreuung, wurden geäußert.

Sigrid Beer erläuterte die vom Land vorgesehenen zusätzlichen Mittel, die in die Ausbildung und für die Einstellung von Personal investiert werden sollen. „Im Schuljahr 2013/2014 schafft das Land knapp 800 neue Stellen und ermöglicht 500 zusätzliche Ausbildungsplätze für angehende Lehrkräfte mit sonderpädagogischer Qualifikation“, so Beer. Uwe Eisenberg stellte das Fortbildungsprogramm der Bezirksregierung vor und wies auf die guten Inklusionsquoten der Schulen im Kreis Warendorf hin. Im Durchschnitt besuchen bereits heute 40 Prozent der Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf eine Regelschule. Betrachtet man nur die Grundschulen liegt die Quote bereits bei knapp über 50 Prozent. Udo Gohl berichtete vom runden Tisch, den die Stadt Warendorf eingerichtet hat, um mit allen Beteiligten die besten Lösungen für jedes Kind mit besonderem Förderbedarf zu schaffen.

Beim Thema Integrationsassistenz waren sich Bas und Watermann-Krass einig: hier müsse es flexible Lösungen geben – auch durch mehr Finanzierung vom Bund – um Inklusion nicht nur während der Pflichtschulstunden sondern auch in der Ganztagsbetreuung ermöglichen zu können.

Zum Abschluss der Diskussion kündigten Bas und Watermann-Krass an, weitere Veranstaltungen zum Thema anzubieten: „Wir möchten den Dialog mit allen Gruppen fortsetzen. Mit der Gesetzesverabschiedung haben wir einen wichtigen Schritt getan. Den Weg zu mehr Inklusion in unseren Schulen können wir aber nur gemeinsam mit Eltern, Kindern, Lehrkräften und den Verwaltungen vor Ort gehen.“

 

 

Im Bild vlnr: Ali Bas, Uwe Eisenberg (Schuldezernent Bez-.Reg. Münster), Sigrid Beer, Annette Watermann-Krass, Udo Gohl (Sachgebietsleiter Schule Stadt Warendorf)