Der grüne Ahlener Landtagsabgeordnete Ali Bas sieht die Koalitionsvereinbarung von SPD und CDU/CSU im Hinblick auf die Änderungen im Staatsbürgerschaftsrecht kritisch: „Die SPD hat hier klar ihr Wort gebrochen, nach dem es keine Koalitionsvereinbarung ohne doppelte Staatsbürgerschaft geben wird. Mehrstaatlichkeit soll zwar mit dem Wegfall der Optionspflicht bei hier geborenen Kindern von ZuwandererInnen akzeptiert werden. Die Menschen der ersten und zweiten Generation, die einiges zum Wohlstand  in ganz Deutschland und ebenso auch im Kreis Warendorf beigetragen haben, werden damit außen vor gelassen.“

Im Kreis Warendorf leben 19.112 Bürgerinnen und Bürger mit ausländischer Staatsangehörigkeit, davon bilden über 7.000 Türkinnen und Türken den größten Anteil. „Bei insgesamt 263.000 EinwohnerInnen liegt hier ein enormes Potential für Einbürgerungen. Denn viele AusländerInnen wollen sich nicht gegen den Pass ihres Herkunftslandes entscheiden und würden gerne beide Staatsbürgerschaften erhalten.“

Für die CDU sei das zwar ein großer Schritt: „Die CDU gerät jetzt jedoch unter Erklärungsdruck, denn es verfängt nicht mehr ihr Argument gegen die doppelte Staatsbürgerschaft auch für die früheren Generationen, wenn sie den Doppelpass bei neu geborenen Kindern zulässt. Dass die Optionspflicht fällt, ist gut, es muss jedoch auch die Mehrstaatlichkeit generell zugelassen werden.“