PM: Abitur nach neun Jahren nicht auf Kosten der Schüler anderer Schulen

PM: Abitur nach neun Jahren nicht auf Kosten der Schüler anderer Schulen

Der grüne Landtagsabgeordnete Ali Bas aus Ahlen zeigt Verständnis für den Wunsch, das Abitur an Gymnasien nach neun Jahren zu ermöglichen, warnt aber vor der Unterschrift bei der sogenannte „Volksinitiative G9“, weil diese die erforderlichen Lehrer-Stellen den anderen Schulen wegnehmen wolle.

„Es gibt bei vielen Eltern das verständliche Bedürfnis, dass das eigene Kind mit möglichst wenig Stress und mit möglichst viel Freizeit das Abitur erwerben soll.  Deshalb findet die Rückkehr zum Abitur in neun Jahren viel Rückhalt“, erklärte Ali Bas, von Beruf selbst Lehrer an einem Berufskolleg. „Dieses Ziel möchte die „Volksinitiative G9“ erreichen, aber mit Mitteln, vor denen ich warnen muss: Die erforderliche Stunden und Lehrkräfte sollen den Schülern der anderen Schulen – also den Hauptschulen, den Realschulen, den Sekundar – und Gesamtschulen weggenommen werden.

Bisher haben diese Schulen für sechs Jahre 188 Pflichtstunden, also etwa 31,3 je Schuljahr. Nach dem Willen der Volksinitiative sollen es in Zukunft nur noch 180 Stunden sein, also 1,3 Stunden je Jahr weniger – oder etwa 4%. So soll der Anstieg von 172 auf 180 Stunden an den Gymnasien finanziert werden.

Kommt das Volksbegehren durch, erlangt es Gesetzeskraft, es kann auch nicht im Parlament nachgebessert werden. Nach der Anzahl der Pflichtstunden muss die Landesregierung die Anzahl der Lehrer-Stellen bemessen, sie ist dazu verpflichtet, sich an das mit der Volksinitiative geänderte Schulgesetz zu halten.

An den anderen Schulen würden mit einer solchen Änderungen vor allem die Bereiche der individuellen Förderung und der Zusatzangebote wegfallen. „Diese Stunden sind pädagogisch besonders wertvoll, deshalb meine Bitte:  G9 nicht auf diesem Wege, nicht auf dem Rücken der Kinder anderer Schulen“, so Ali Bas.

Auch die Landeselternschaft der Gymnasien habe öffentlich erklärt, dass sie ein G9 durch Benachteiligung anderer Schule ablehne. Das aktuelle G8 werde es nach der Landtagswahl auch ohne Volksinitiative nicht mehr geben, alle Parteien hätten Anpassungen oder Veränderungen der gymnasialen Schulzeit in ihren Wahlprogrammen. Die Grünen würden Wert darauf legen, möglichst allen Schülerinnen und Schülern die gymnasiale Schulzeit zu ermöglichen, die ihren Wünschen und Fähigkeiten entspräche, erläuterte Bas abschließend.

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Die weiter unten erwähnte Position der Landeselternschaft der Gymnasien finden Sie unter http://www.le-gymnasien-nrw.de/fileadmin/user_upload/LEGYMNW_Stellungnahme_Volksbegehren_G9-jetzt-nrw.pdf

Ausführlich dazu auch die Landeselternschaft der Gesamtschulen und die Direktorenvereinigung der Gesamtschulen in gemeinsamen Brief http://www.leis-nrw.de/files/leis-nrw-daten/Schreiben%20allgemein/Schulpflegschaftsbrief_IntS_G9_30012017.pdf

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